
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Ihn loben wir, von Ihm erbitten wir Hilfe und Vergebung. Frieden und Segen seien auf unserem Propheten Muhammad, auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf allen, die seinem Weg bis zum Jüngsten Tag folgen.
Liebe Geschwister,
in den letzten Tagen sind unsere Herzen schwer geworden wegen des schmerzhaften Ereignisses, das sich in Winterthur ereignet hat. Eine solche sinnlose Gewalttat betrifft uns alle, als Menschen, als Gläubige und als Teil dieser Gesellschaft. Wir sprechen den Betroffenen und ihren Familien unser aufrichtiges Mitgefühl aus und bitten Allah, den Verletzten vollständige und schnelle Genesung zu gewähren.
Wir verurteilen jede Form von Gewalt gegen unschuldige Menschen klar und vorbehaltlos. Kein religiöser Ruf, keine Parole und keine Behauptung kann Unrecht in Gerechtigkeit verwandeln.
Allah, der Erhabene, sagt:
„Und aus euch soll eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet.“
(Sura Ali Imran, Vers 104)
Unsere Aufgabe als Umma ist es, zum Guten aufzurufen, zum Frieden, zur Weisheit und zur Barmherzigkeit. Nicht zur Angst, nicht zum Hass und nicht zur Gewalt.
Ebenso befahl Allah dem Propheten, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm:
„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf und diskutiere mit ihnen auf die beste Weise.“
(Sure An Nahl, Vers 125)
Das ist der Weg des Islam: Weisheit, Sanftmut, Dialog und das gute Vorbild.
Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, war eine Barmherzigkeit für die Welten. Eines Tages ging ein Trauerzug an ihm vorbei, in dem ein nichtmuslimischer Verstorbener getragen wurde. Der Prophet stand aus Respekt auf. Die Gefährten fragten ihn: „O Gesandter Allahs, es handelt sich um die Beerdigung eines Nichtmuslims.“
Darauf antwortete er: „War er denn kein Mensch?“
Diese Begebenheit lehrt uns, dass der Islam die Würde jedes Menschen achtet. Der Mensch besitzt Würde, weil er ein Geschöpf Allahs ist, unabhängig von seiner Religion, seiner Herkunft oder seiner Hautfarbe.
Wenn also jemand den Namen Allahs benutzt, um Angst zu verbreiten, dann verteidigt er den Glauben nicht. Er missbraucht und verfälscht ihn.
Der Islam ist keine Religion der Gewalt. Der Islam ist eine Religion des Friedens, der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit. Wir distanzieren unmissverstädlich von jedem, der die Religion für persönliche Ziele, für Wut, Gewalt oder zur Rechtfertigung von Unrecht missbraucht.
Liebe Geschwister,
wir leben in diesem Land als verantwortungsbewusste Menschen. Unsere Aufgabe ist es, ein Vorbild im guten Charakter, im Respekt und im friedlichen Zusammenleben zu sein.
Lasst uns durch unser Verhalten das wahre Gesicht des Islam zeigen. Lasst uns zu denen gehören, die Wunden heilen und nicht neue öffnen. Lasst uns Stimmen der Weisheit sein und nicht des Zorns.
Wir bitten Allah, den Erhabenen, den Verletzten Heilung zu gewähren, unsere Gesellschaft vor Gewalt zu bewahren und unsere Herzen zu Quellen des Friedens, der Barmherzigkeit und der Rechtleitung zu machen.
Amin
Imam Semi Ajeti

